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Dennoch!

Die Dimension des neuen Lebens ist das Dennoch: Dennoch liebe ich dich, Mensch, nach allem, was du mir angetan hast. Und: Dennoch ist das Leben eine wunderbare Gabe - trotz aller Mühen und Beschwerlichkeiten. Vergebung ist nicht möglich ohne Schuld, Heilung ist nicht möglich ohne Krankheit.“ 

(Morgenandacht über 1. Petrus 1,3 in St. Markus, Hamburg-Hoheluft am 17. April 2001)


„Ostern - das geistige Weihnachten

Quasimodogeniti, Sonntag nach Ostern (23. April 2017):

Ostern ge­langt Je­sus ein zwei­tes Mal ins Le­ben, er wird, so könn­ten wir sa­gen, noch ein­mal ge­bo­ren - dies­mal aber nicht leib­lich, son­dern in ei­ner über­kör­per­li­chen Wei­se, in ei­nem gei­sti­gen Sinne: Ostern, so könn­ten wir sa­gen, ist das gei­sti­ge Weihn­ach­ten - auch ein Fest der Ge­burt, aber der Ge­burt von je­man­dem, den wir nicht mit Hän­den an­fas­sen kön­nen, son­dern den wir nur mit un­se­rem Her­zen be­grei­fen kön­nen, den wir nur glau­ben kön­nen. Wäh­rend das Je­sus­kind aus dem war­men Mut­ter­leib her­aus­ge­bo­ren wor­den war, wird der Auf­er­stan­de­ne nun aus dem Grab her­aus ge­bo­ren."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Johannes 21,1-14 am 11. April 1999)


„Er lebt, weil er liebte

Ostermontag  (17. April 2017):

"Es mag sein, dass wir es den Auferstehungsberichten zu verdanken haben, dass uns das Wirken Jesu überhaupt überliefert worden ist. Aber sie begründen nicht die Bedeutung des Anliegens Jesu. Die Bedeutung Jesu hat ihren Grund darin, dass er die Liebe zum Leben und zum Menschen gelebt hat und dass Menschen in ihrem Herzen darin die Art Gottes erkannt haben und sie zu dem Glauben gelangten: So ist Gott, wie Jesus Christus geredet und gehandelt hat. Die Auferstehungsberichte veranschaulichen diesen Glauben. Sie begründen ihn aber nicht."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über 1. Korinther 15,50-58 am 17. April 2006)


„Das leere Grab

Ostersonntag  (16. April 2017):

"Das Leben ist unbegreiflich - im Schönen wie im Schweren. Das Schwere hat sich in Schönes verwandelt. Aus der Tiefe des Grabes ist die Leichtigkeit des Seins emporgekommen, ein neues Leben - getragen auf den Händen Gottes, geborgen in seiner Güte."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Lukas 24,1-8 am 4. April 2010)


„Überfordert und entlastet

Karfreitag  (14. April 2017):

"Dem Menschen ist eine Last abgenommen. Der Mensch darf Geschöpf sein und darf sich zu seinen Grenzen als Geschöpf bekennen. Er ist damit nicht entmündigt. Er behält seine Würde. Er behält die Freiheit der Entscheidung. Er bleibt verantwortlich für sein Tun. Alle Gebote und Verbote, alle Mahnungen, Warnungen, Drohungen, Verheißungen gelten auch weiterhin. Aber nach jedem Scheitern soll der Mensch immer wieder neu beginnen dürfen."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über 2. Korinther 5,17-21 am 18. April 2003)


„Innere Freiheit

Gründonnerstag  (13. April 2017):

"Er schenkte und schenkt uns eine Freiheit von den Kräften in uns, die uns wie eine fremde Macht zu sagen und zu tun und zu denken und zu glauben drängen, was wir gar nicht wollen. „Sünder seid ihr, aber von Gott geliebte Sünder“ - das wollte Jesus sagen. Und das hat er mit der Hingabe seines Lebens bezeugt."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Matthäus 26,17-20.26-28 am 9. April 2009)


„Das Heil kommt nicht aus der Gewalt

Palmarum, 6. Sonntag in der Passionszeit  (9. April 2017):

"In Jesus Christus ist der Welt der Frieden verheißen. Jesus Christus hat sich für den Frieden eingesetzt, indem er selbst sich ganz persönlich, leibhaftig, den Menschen in Liebe zuwandte, sich der Leidenden helfend erbarmte, den Schuldigen vergab und für die Schwachen eintrat. Seinen Feinden gab er sich ohne Einsatz von Gewalt in die Hand. Seine Liebe brachte ihn ans Kreuz. War seine Mission damit gescheitert? Nein! Sein „Scheitern“ hat sich als der bessere Sieg erwiesen."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Johannes 12,12-19 am 13. April 2003)


„Ende des Opferkultes

Judika, 5. Sonntag in der Passionszeit  (2. April 2017):

"Mit seinem Opfer ist der Opferkult beendet. Seitdem dürfen wir bezüglich unserer grundsätzlichen Sündhaftigkeit wissen und glauben, dass uns schon vergeben ist, bevor wir überhaupt gesündigt haben. Wir werden sozusagen schon in die Vergebung hineingeboren. Diese Geburt in die Vergebung hinein - oder schon aus der Vergebung heraus - vollziehen wir rituell in der Taufe. Die Taufe nennen wir deswegen auch eine zweite Geburt. Diese zweite - geistliche - Geburt setzt wie die erste körperliche Geburt keine eigene Leistung voraus. Sie ist ein Geschenk."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Hebräer 5,7-9 am 28. März 2004)


Fleisch Jesu“ ist schwer verdaulich

Lätare, 4. Sonntag in der Passionszeit  (26. März 2017):

"Im Abend­mahl ha­ben wir kon­kre­te Ele­men­te, die man an­fas­sen kann, Brot und Wein. Das ist die ei­ne Ebe­ne. Dann ha­ben wir die Ein­set­zungs­wor­te, die die­sen Ele­men­ten ih­re Be­deu­tung ge­ben. Das ist die näch­ste Ebe­ne. Die Ein­set­zungs­wor­te sind aber sehr bild­haft. Sie spre­chen von Fleisch und Blut Je­su. Da­rum müs­sen wir von die­ser Ebe­ne noch auf ei­ne drit­te stei­gen, auf die Ebe­ne der Be­deu­tung die­ser Bil­der: Es geht um un­se­re Be­frei­ung. Dies ist die Ebe­ne des Gei­stes."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Johannes 6,55-65 am 21. März 1993)


Die Moral"

Okuli, 3. Sonntag in der Passionszeit  (19. März 2017):

"Jede Zeit, jede Gesellschaft muss sich neu darauf verständigen, wie sie die Phänomene der menschlichen Natur in menschliche Kultur verwandelt."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Epheser 5,1-8a am 7. März 2010)

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