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Das Leben persönlich nehmen

An einen persönlichen Gott glauben heißt, alle Dinge des Lebens als eine persönliche Anrede an uns zu verstehen. Der Lauf unseres Lebens hat uns etwas zu sagen. Wir nehmen ihn nicht mehr nur als Schicksal, als Kette gewisser Ereignisse, als Aneinanderreihung von Zufällen. Wir nehmen den Lauf unseres Lebens vielmehr als einen Weg, auf den wir geschickt sind, auf dem wir einem Ziel entgegengeführt werden und der einen Sinn hat, auch wenn wir Ursprung, Ziel und Sinn niemals gänzlich zu ergründen vermögen.

(Morgenandacht über Jesaja 43,1 in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, am 20. Juli 1982)


„Gottes Kinder sind die Menschen“ 

6. Sonntag nach Trinitatis (23. Juli 2017):

Die­ses so ver­stan­de­ne Ver­hält­nis Gott-Mensch ist we­ni­ger mit der Be­zie­hung zwi­schen Ehe­leu­ten als viel­mehr mit der Be­zie­hung zwi­schen El­tern und Kin­dern zu ver­ste­hen, zwi­schen der Mut­ter und den Kin­dern oder dem Va­ter und den Kin­dern. Es han­delt sich ja auch da um ei­ne Lie­bes­be­zie­hung, ei­ne, die al­ler­dings meh­re­re Lie­bes­be­zie­hun­gen ne­ben­ein­an­der dul­det. Kin­der stel­len zwar ge­le­gent­lich Ex­klu­si­vi­täts­an­sprü­che und wol­len die El­tern für sich al­lein ha­ben. Aber sol­che An­sprü­che sind nicht be­rech­tigt."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über 5. Mose 7,6-12 am 11. Juli 1999)


„Was suchen wir?“ 

5. Sonntag nach Trinitatis (16. Juli 2017):

Wenn Jesus uns die Frage stellen würde: „Was sucht ihr?“, uns, die wir doch auch Jesus nachgehen, wie würden wir darauf wohl antworten?  Jeder von uns verbindet gewisse Erwartungen mit diesem Jesus. Ich nehme an, dass diese zum Teil ganz unterschiedlich sind, dass es da aber auch viel Gemeinsames gibt.  Auf welche Fragen suchen wir bei ihm Antworten? Welche Hoffnungen richten wir auf ihn? Welche Bedürfnisse suchen wir durch ihn zu befriedigen?"

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Johannes 1,35-42 am 19. Juli 1987)


„Josef und Jesus“ 

4. Sonntag nach Trinitatis (9. Juli 2017):

Das ist das eine: dass der Untergang, den seine Brüder für ihn beabsichtigt hatten, sich in einen so gewaltigen Aufstieg verwandelt hatte. Aus der Erniedrigung war eine Erhöhung geworden. Das ist das eine. Aber das andere, das damit zusammenhängt, scheint mir noch wichtiger zu sein: Die Brüder hatten Josef eigentlich den Tod zugedacht. Aber die Untat, die Josef den Tod bringen sollte, ist zur lebensrettenden Tat für die ganze Familie geworden."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über 1. Mose 50,15-21 am 12. Juli 1981)


„Vielfalt des christlichen Glaubens“ 

3. Sonntag nach Trinitatis (2. Juli 2017):

Wenn wir be­den­ken, wie viel­fäl­tig und bunt die Schöp­fung ist, wie un­ter­schied­lich die Blu­men und die Bäu­me, die Fi­sche und die Vö­gel sind, dann muss man wohl an­neh­men: Gott ist ein Lieb­ha­ber der Viel­falt. Er hat kei­ne Mo­no­kul­tur ge­schaf­fen. Ei­ne Mo­no­kul­tur ist auch gar nicht le­bens­fä­hig. Das Le­ben be­darf der Viel­falt - auch un­ter uns Men­schen, auch in un­se­rem Den­ken und Han­deln, in un­se­ren Le­bens­for­men, auch in den Din­gen des Glau­bens."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Lukas 15,1-7 am 15. Juni 1997)

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