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Friede auf Erden allen Menschen!


Wendezeit

Und nun sind sie allein, ohne ihn, auf den all ihr Denken und Fühlen so lange bezogen gewesen war. Wenn sie morgens aufgestanden waren, dann hatten sie gewusst: Er ist da, er wird unseren Tagesablauf bestimmen. Und sie konnten sich sicher sein, dass es ein wunderbarer Tag werden würde, ein Tag voller Wunder. Nun ist ihnen ihre innerste Mitte genommen. Es ist, als trieben sie umher wie ein führungsloses Schiff im riesigen Ozean. In ihren Erinnerungen versuchen sie, den verloren gegangenen Halt wiederzuerlangen. Sie schauen zurück in diesen ersten Tagen nach Himmelfahrt.“

(Morgenandacht in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Johannes 12,32 am 15. Mai 1988)


Aus dem Herzen heraus tun, was gut ist

Exaudi (6. Sonntag nach Ostern), 17. Mai 2026:

"Ist in den zweieinhalb Jahrtausenden die Vision des Jeremia Wirklichkeit geworden? Der Mensch ist in dieser langen Zeit hinsichtlich seiner ethischen Qualität wohl der Gleiche geblieben. Im Konkreten hat er in immer erschreckenderer Weise unter Beweis gestellt, dass er den damals auf Stein geschrieben Ansprüchen nicht gewachsen ist. Als Christen glauben wir allerdings daran, dass in Jesus der Mensch Wirklichkeit geworden ist, den Jeremia als den Menschen des neuen Bundes schildert. Jesus war das Gesetz Gottes in Herz und Sinn geschrieben. Er tat von innen heraus, wozu wir alle berufen sind."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Jeremia 31,31-34 am 15. Mai 1988)


Abschied mit Auftrag

Himmelfahrt (14. Mai 2026):

"Irgendwann werden Kinder mündig und müssen Eigenverantwortung für sich selbst übernehmen. Die elterliche Liebe kann dann nur noch in einem Angebot bestehen, das angenommen oder verworfen werden kann. So ist es auch mit dem, was die Jünger im Auftrag Jesu weiterzugeben haben. Die Menschen, zu denen sie gehen sollen, sollen sie als mündige Menschen ansprechen, so, wie sie selbst am Himmelfahrtstag von Jesus als seine mündigen Nachfolger beauftragt werden."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, am 17. Mai 2007)


Bitten ohne Anspruch auf Erhörung 

Rogate, 5. Sonntag nach Ostern (10. Mai 2026):

„Bit­tet, so wird euch ge­ge­ben, su­cht, so wer­det ihr fin­den, klop­ft an, so wird euch auf­ge­tan!“ Wir ha­ben doch solche Er­fah­run­gen schon ge­macht, je­der von uns, wenn sie viel­leicht auch nicht die ty­pi­schen Er­fah­run­gen des täg­li­chen Le­bens sind. Aber zählt nicht ei­ne gu­te Er­fah­rung mehr als tau­send schlech­te?! Ist nicht ein Chri­stus mehr als tau­send Bö­se­wich­te?!"

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Lukas 11,5-13 am 16. Mai 1993)


Würde den Unwürdigen!

Kantate, 4. Sonntag nach Ostern (3. Mai 2026):

"Mir ist aufgegangen, dass in der Tat von einem Säugling ein Urteil ausgehen kann, das bei weitem gewichtiger ist als das Urteil jedes entscheidungsfähigen Erwachsenen."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Matthäus 21,14-17 am 17. Mai 1981)


Sein wollen, was wir sind 

(3. Sonntag nach Ostern, Jubilate, 26.4.26)

"Über den eigenen Glauben nachzudenken, ist nicht so einfach. Wenn sich jemand als ausgewachsener Mensch ganz neu dem christlichen Glauben zuwendet - und das geschieht immer mal wieder - und versucht zu ergründen, was denn nun an diesem Glauben das Gute ist und ob er sich nun in diesen Glauben hineinbegeben soll oder nicht, dann ist das schon eine ziemliche Herausforderung."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Johannes 15,1-8 am 3. Mai 2009)

 © Wolfgang Nein